Author: Andreas Laible

Vinum 2021

Ausgezeichnet mit vier Sternen

Baden, bekannt für seine Wärme und Sonne hat auch eine kühle Ecke, die Ortenau. Andreas Laible begegnet seit Jahren schon dieser Herausforderung mit Bravour. Er keltert Weine, die elegant sind statt opulent und feingliedrig statt wuchtig. Die Rieslinge haben selten mehr als zwölf und die Burgunder eher selten mehr als 13,5 Volumenprozent Alkohol. Riesling baut er im Stahltank aus, wo die Großen Gewächse ein halbes Jahr lang auf der Hefe liegen. Die Burgunder kommen ins Stückfass, das Holz soll nur eine unterstützende Neben-, niemals die Hauptrolle spielen.

Zweifelsohne gilt Andreas Laible als Meister des Rieslings in der Ortenau. Man machte aber einen großen Fehler, ließe man die anderen Weine links liegen. Wer etwa die Rebsorte Muskateller mag, der kommt an der Gutsweinversion von Andreas Laible nicht vorbei. So viel Saft und Zug findet man nicht oft in diesen Weinen. Und der Weißburgunder aus dem Durbacher Plauelrein ist ein Ausbund an Frische und Trinkfreude, gerne auch zum Essen.

Zu den Rieslingen: Schon der SSL zeigt, wohin bei Laible die Reise geht – hin zu kräftiger Eleganz. Die Weine haben die Statur eines trainierten Zehnkämpfers. Der Achat setzt da noch einen drauf. Diese Schlankheit am Gaumen, dieser Zug, diese Feinheit, und trotzdem ist da eine Kraft, die den Wein zum guten Speisenbegleiter macht.

Auch die Auslesen, die Laible im Programm hat, sind eine Erwähnung mehr als wert. Der Gewürztraminer überzeugt mit saftiger Süße und rebsortentypischen Aromen, die Scheurebe nimmt sich bei der Süße am Gaumen etwas zurück, punktet mit Frische und Trinkfluss, macht nicht satt.

Kommen wir zu den Grauburgundern. Durch alle zieht sich dieselbe Handschrift der Trinkig- und Süffigkeit. Da stört nichts, da eckt nichts an, das gefällt einfach. Und der Durbacher Plauelrein punktet besonders mit Druck, Zug und feiner Würze vom Ausbau im Tonneaux. Besonders gefiel uns – wieder mal – das Große Gewächs vom Riesling aus dem Durbacher Plauelrain. Das ist klassischer, unaufgeregter Riesling, wie es ihn in Baden besser kaum gibt.

Die ganze Kollektion durchziehen eine Klarheit und Präzision, die das Herz höher schlagen lassen. Besonders zu erwähnen ist, dass man sich mit keinem einzigen der Laible- Weine ruiniert. Sämtliche Großen Gewächse kosten nicht mehr als 24 Euro, das ist im Preisniveau der VDP-Betriebe weit unten angesiedelt.

Urkunde Vinum Weiguide 2020


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Eichemann 2021

Eichelmann: „Hervorragendes Weingut“

Bis ins 17. Jahrhundert lässt sich die Weinbautradition der Familie Laible in Durbach zurückverfolgen. Andreas Laible hatte zusammen mit Ehefrau Ingrid das Weingut in der Spitze der deutschen Rieslingerzeuger etabliert. Heute führt sein Sohn Andreas Christian Laible zusammen mit Ehefrau Petra den Betrieb. Ihre Weinberge liegen alle im Durbacher Plauelrain, einer teils sehr steilen Süd-Lage mit Granitverwitterungsböden, Porphyr, Gneis und Achat. In den letzten Jahren wurden für die Großen Gewächse zwei alte Lagennamen reaktiviert, die 1971 im Durbacher Plauelrain aufgingen. Das ist zum einen die Lage Am Bühl, unmittelbar am Weingut gelegen; zum anderen die Lage Stollenberg, die am östlichen Ortsrand von Durbach unterhalb der Ruine Stollenburg liegt. Gut die Hälfte der Rebfläche nimmt Riesling ein, ein Dutzend verschiedene Riesling-Klone werden angebaut, einige hat Andreas Laible sen. selbst selektioniert. Neben Riesling werden vor allem die Burgundersorten angebaut, Spätburgunder, Weißburgunder und Grauburgunder, aber auch Chardonnay, Traminer (Clevner) und Gewürztraminer, Scheurebe, Muskateller und Sauvignon Blanc. Der Achat als der Spitzen-Riesling des Weingutes ist seit dem Jahrgang 2005 nur noch die Nummer 2, wurde an der Spitze abgelöst durch das Große Gewächs, das seit dem Jahrgang 2013 den Namen der Gewanne Am Bühl auf dem Etikett trägt. Mit dem Jahrgang 2007 gab es erstmals ein Großes Gewächs vom Grauburgunder, 2010 dann vom Weißburgunder, der aber heute nicht mehr erzeugt wird, 2011 folgte ein Spätburgunder, 2013 ein Chardonnay, 2014 kam ein zweiter Grauburgunder aus der Gewanne Stollenberg hinzu. An der Spitze der Kollektion stehen heute insgesamt fünf Große Gewächse, die aus den Gewannen Am Bühl (Riesling, Grauburgunder, Chardonnay, Spätburgunder) und Stollenberg (Grauburgunder) kommen. Die zweite Stufe des Sortiment, unterhalb der Großen Gewächse, bilden die Erste Lage-Weine aus dem Plauelrain, die Basis stellen die Gutsweine dar. Neben trockenen Weinen werden auch süße und edelsüße Weine angeboten, Riesling vor allem, aber auch Traminer, Gewürztraminer und Scheurebe. Kollektion
Wie auch in den vergangenen Jahren kann Andreas Laible mit einem hohen Einstiegsniveau punkten. Schon der „kleine“ Riesling ist wunderbar saftig, frisch und animierend. Sehr gut sind auch die trockenen Aromarebsorten-Weine, die zwar jede Menge Frucht mitbringen, aber nicht klebrig-kitschig schmecken: Der Muskateller hat eine herrliche Exotik, die Scheurebe zeigt finessenreiche Aromen von Sauerampfer, Zitronenmelisse und Maracuja. Molliger und deutlich cremiger ist der Clevner Alte Reben, den Laible im alten Tonneau ausbaut, was einen Teil seiner Expressivität raubt, aber für mehr Druck und Komplexität sorgt, wenngleich wir eine gewisse alkoholische Schärfe nicht leugnen können. Bei den Rieslingen sehen wir 1782 und

691Achat fast auf Augenhöhe, wobei letzterer mit einer scharfkantigeren Säurestruktur und einer kecken, bissigen Limettenaromatik die Nase leicht vorn hat. 1782 bleibt ruhiger und zeigt eine feine Aprikosenfrucht – die stilistischen Unterschiede sind hier größer als die qualitativen. Das Große Gewächs kann die Stärken beider Weine vereinen, hat den Biss vom Achat, die Tiefe vom 1782, wird durch eine ganz zarte Phenolik und eine präsente Frucht getragen. Ein Wein mit viel Druck, der derzeit noch viel Luft braucht. Bei den Grauburgunder Großen Gewächsen, sehen wir den im Tonneau ausgebauten Stollenberg vorn, der Saftigkeit, viel Cremigkeit, Würze und ein sehr schön eingebundenes Holz aufweist, während der Grauburgunder „Am Bühl“ eher von seiner Fruchtaromatik lebt. Eine Spur komplexer ist das Große Gewächs vom Chardonnay, das im ersten Moment noch sehr vanillig ist, mit etwas Luft das Holz aber sehr schön einbindet. Schmelz und Saftigkeit stehen in einer guten Balance, die durch zart rauchige Töne und Aromen von Johannisbeere und Mirabelle aufrecht gehalten wird. Sehr überzeugend sind auch die edelsüßen Weine, bei denen Andreas Laible wieder einmal sein feines Gespür für Aromarebsorten unter Beweis stellt. Die Scheurebe Auslese ist wunderbar klar und tropisch, hat eine feine süße Frucht und eine gute straffe Säure. Sehr gut auch die Gewürztraminer Auslese, die durch ihre Klarheit besticht und kein bisschen der Bitternoten aufweist, die in Gewürztraminer häufig zu finden sind. Eine ebenfalls sehr gute duftige Clevner-Auslese setzt den Schlusspunkt unter eine überzeugende, klassische Kollektion.

Weinbewertung
85 2019 Scheurebe trocken Durbacher Plauelrain I 13,5 %/13,- €
86
2019 Riesling Kabinett trocken I 12 %/10,- €
85
2019 Muskateller trocken I 12,5 %/13,- €
85
2019 Weißer Burgunder trocken Durbacher Plauelrain I 13 %/14,- €
86
2019 Riesling trocken „SL“ Durbacher Plauelrain I 12,5 %/14,- €
88
2019 Klingelberger trocken „1782“ Durbacher Plauelrain I 12,5 %/16,50 €
89
2019 Riesling trocken „Achat“ Durbacher Plauelrain I 12,5 %/18,50 €
91
2019 Riesling „GG“ Am Bühl Durbacher Plauelrain I 12,5 %/24,- €
88
2019 Grauer Burgunder „GG“ Am Bühl Durbacher Plauelrain I 13,5 %/24,- €
90
2019 Grauer Burgunder trocken „GG“ Stollenberg Durbacher Plauelrain I 13,5 %/24,- €
90
2019 Chardonnay trocken „GG“ Am Bühl Durbacher Plauelrain I 14 %/24,- €
84
2019 Clevner trocken „Alte Reben“ Durbacher Plauelrain I 14 %/15,- €
90
2019 Scheurebe Auslese Durbacher Plauelrain I 11 %/16,50 €
88
2019 Clevner-Traminer Auslese Durbacher Plauelrain I 12 %/16,50 €
89
2019 Gewürztraminer Auslese Durbacher Plauelrain I 11 %/16,50 €

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Gault Millau 2021

Gault&Millau: „Deutsche Spitze“

Die postalische Adresse ist auch gleich die einer der alten Lagen, deren Namen Andreas Christian Laible reaktiviert hat: Am Bühl. Sie liegt direkt am Weingut und war 1971 nach der Flurbereinigung in den Durbacher Plauelrain aufgegangen. Es sind vermeintliche Kleinigkeiten, die das Bewusstsein für (die eigene) Historie und Genauigkeit im Detail verraten. Die Hälfte der fast acht Hektar umfassenden Lagen sind dem Riesling gewidmet, nicht weniger als ein Dutzend Klone werden angebaut. Große Gewächse – vier an der Zahl – hat Laible jedoch auch aus Grauburgunder und Chardonnay vinifiziert. Andreas Christian Laible setzt dabei die Stilistik fort, die seinen Vater bereits zu großem Erfolg geführt hat.

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Gault&Millau 2020

Gault&Millau: „Deutsche Spitze“

Straffe und mineralische Weine, die Lust auf mehr
machen, sind das Ding von Andreas und Andreas
Laible. Vater und Sohn gleichen Vornamens haben
sich vor allem dem Riesling verschrieben. Den
Grundstein dafür legte der Senior gemeinsam mit
seiner Frau Ingrid bereits in den 1990er Jahren und
etablierte das Weingut in der ersten Liga der deutschen
Riesling-Produzenten. Längst sind Andreas
junior und seine Frau Petra mit von der Partie – und
die dritte Generation steht ebenfalls schon in den
Startlöchern. „Im Keller lege ich großen Wert auf
die charakteristische Prägung der einzelnen Weinbergsparzellen,
die sich unverfälscht in jedem Wein
widerspiegelt“, berichtet Andreas Laible der Jüngere.
„Die eigenen Hefen bleiben teilweise bis kurz
vor der Füllung im Wein. Sie sind daher anfangs etwas
verschlossener, gewinnen aber an Reifepotenzial.“
Diese „Verschlossenheit“ ist bei Laibles nicht
so stockernst gemeint, dass man sich davor fürchten
müsste. Alle hier aktuell gezeigten 2018er Laible-Weine
sind charakterisiert durch eine durchweg
stimmige Präsenz, die von der Harmonie und dem
Einklang mit der Natur im sorgsamen Rebenanbau
in den hauseigenen Paradelagen zeugt. Vor allem
die 2018er Rieslinge in der typisch laibleschen, bestens
abgestimmten Dramaturgie sind eine Bank und
bieten in ihrer ansteckend freudvollen Saftigkeit,
die hier immer mit viel Rasse unterlegt ist, Trinkvergnügen
auf höchstem Niveau.
In den imposanten Hügeln der Ortenau, genauer
gesagt im Durbacher Plauelrain, liegen die Weinberge
der Laibles. Die Steillage des Geländes mit
80 Prozent Neigung ist legendär und duldet ausschließlich
Handarbeit. Die Reben profitieren von
einem felsigen Untergrund mit Granit, Porphyr,
Gneis oder Achat, der sie nicht nur mit Mineralstoffen,
sondern auch mit viel gespeicherter Wärme verwöhnt.
Seit einigen Jahren nutzt die Winzerfamilie
organische Dünger und Komposte, sodass die Pflanzen
noch besser mit Wasser und Nährstoffen versorgt
werden. „Dadurch ergibt sich ein ausgeglichenes
Wachstum der Reben, und sie sind nicht mehr so
anfällig gegenüber Pilzkrankheiten“, erläutert Laible.
Die große Leidenschaft der Laibles für den Riesling
zeigt sich auch in ihrem Engagement für den
Ur-Riesling. Als engagiertes Mitglied der Initiative
„Klingelberger 1782“ führen sie die Tradition weiter,
die Markgraf Carl Friedrich von Baden dereinst
begründete. Anno 1782 ließ er auf dem Klingelberg
nahe Schloss Staufenberg in Durbach erstmals ausschließlich
Riesling anpflanzen und hob damit den
ersten sortenreinen Weinberg in Baden aus der Taufe.
Das klingelnde Geräusch von Weinhacken, die
auf felsigen Boden treffen, stand für den Namen
Pate. Heute erzeugen unter dem Namen „Klingelberger
1782“ zwölf Weingüter zwischen Oberkirch,
Durbach und Ortenberg nach strengen Richtlinien
Rieslinge. Die Vorschriften sehen unter anderem
vor, dass rekultivierte alte Klingelberger-Reben eingesetzt
werden, die Lese bei völliger Fäulnisfreiheit
der Beeren von Hand erfolgt und ein Mostgewicht
von mindestens 90 Grad Öchsle erreicht werden
muss. Im Keller kann der Winzer entweder spontan
vergären oder Klingelberger-Hefe einsetzen. Dabei
handelt es sich um die weltweit erste zertifizierte
Bioweinhefe. Zum Schluss müssen sich die Weine
dann noch bei einer Blindverkostung vor einer Jury
beweisen, bevor sie das Prädikat der Initiative tragen
dürfen.
Auch wenn mehr als die Hälfte der Rebflächen
der Laibles für den Riesling reserviert ist, hat die
Weinkarte der Winzerfamilie noch einiges mehr zu
bieten. Dazu gehört unter anderem der Traminer,
der in der Ortenau auch den Beinamen Clevner
trägt – nicht zu verwechseln mit dem gleichlautenden
Spätburgunder aus Württemberg. Hinzu kommen
Gewürztraminer sowie weiße burgundische
Sorten wie Chardonnay, Weiß- und Grauburgunder.

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Eichelmann 2020

Eichelmann: „Hervorragendes Weingut“

Bis ins 17. Jahrhundert lässt sich die Weinbautradition der Familie Laible in Durbach zurückverfolgen. Andreas Laible hatte zusammen mit Ehefrau Ingrid das Weingut in der Spitze der deutschen Rieslingerzeuger etabliert. Heute führt sein Sohn Andreas Christian Laible zusammen mit Ehefrau Petra den Betrieb. Ihre Weinberge liegen alle im Durbacher Plauelrain, einer teils sehr steilen Süd-Lage mit Granitverwitterungsböden, Porphyr, Gneis und Achat. In den letzten Jahren wurden für die Großen Gewächse zwei alte Lagennamen reaktiviert, die 1971 im Durbacher Plauelrain aufgingen. Das ist zum einen die Lage Am Bühl, unmittelbar am Weingut gelegen; zum anderen die Lage Stollenberg, die am östlichen Ortsrand von Durbach unterhalb der Ruine Stollenburg liegt. Gut die Hälfte der Rebfläche nimmt Riesling ein, ein Dutzend verschiedene Riesling-Klone werden angebaut, einige hat Andreas Laible sen. selbst selektioniert. Neben Riesling werden vor allem die Burgundersorten angebaut, Spätburgunder, Weißburgunder und Grauburgunder, aber auch Chardon-nay, Traminer (Clevner) und Gewürztraminer, Scheurebe, Muskateller und Sauvignon Blanc. Der Achat als der Spitzen-Riesling des Weingutes ist seit dem Jahrgang 2005 nur noch die Nummer 2, wurde an der Spitze abgelöst durch das Große Gewächs, das seit dem Jahrgang 2013 den Namen der Gewanne Am Bühl auf dem Etikett trägt. Mit dem Jahrgang 2007 gab es erstmals ein Großes Gewächs vom Grauburgunder, 2010 dann vom Weißburgunder, der aber heute nicht mehr erzeugt wird, 2011 folgte ein Spätburgunder, 2013 ein Chardonnay, 2014 kam ein zweiter Grauburgunder aus der Gewanne Stollenberg hinzu. An der Spitze der Kollektion stehen heute insgesamt fünf Große Gewächse, die aus den Gewannen Am Bühl (Riesling, Grauburgunder, Chardonnay, Spätburgun-der) und Stollenberg (Grauburgunder) kommen. Die zweite Stufe des Sortiment, unterhalb der Großen Gewächse, bilden die Erste Lage-Weine aus dem Plauelrain, die Basis stellen die Gutsweine dar. Neben trockenen Weinen werden auch süße und edelsüße Weine angeboten, Riesling vor allem, aber auch Traminer, Gewürztraminer und Scheurebe. KollektionWie auch in den vergangenen Jahren kann Andreas Laible mit einem hohen Einstiegsniveau punkten. Schon der „kleine“ Riesling ist wunderbar saftig, frisch und animierend. Sehr gut sind auch die trockenen Aromarebsorten-Weine, die zwar jede Menge Frucht mitbringen, aber nicht klebrig-kitschig schmecken: Der Muskateller hat eine herrliche Exotik, die Scheurebe zeigt finessenreiche Aromen von Sauerampfer, Zitronenmelisse und Maracuja. Molliger und deutlich cremiger ist der Clevner Alte Reben, den Laible im alten Tonneau ausbaut, was einen Teil seiner Expressivität raubt, aber für mehr Druck und Komplexität sorgt, wenngleich wir eine gewisse alkoholi-sche Schärfe nicht leugnen können. Bei den Rieslingen sehen wir 1782 und Achat fast auf Augenhöhe, wobei letzterer mit einer scharfkantigeren Säurestruktur und einer kecken, bissigen Limettenaromatik die Nase leicht vorn hat. 1782 bleibt ruhiger und zeigt eine feine Aprikosen-frucht – die stilistischen Unterschiede sind hier größer als die qualitativen. Das Große Gewächs kann die Stärken beider Weine vereinen, hat den Biss vom Achat, die Tiefe vom 1782, wird durch eine ganz zarte Phenolik und eine präsente Frucht getragen. Ein Wein mit viel Druck, der derzeit noch viel Luft braucht. Bei den Grauburgunder Großen Gewächsen, sehen wir den im Tonneau ausgebauten Stollenberg vorn, der Saftigkeit, viel Cremigkeit, Würze und ein sehr schön eingebundenes Holz aufweist, während der Grauburgunder „Am Bühl“ eher von seiner Fruchtaromatik lebt. Eine Spur komplexer ist das Große Gewächs vom Chardonnay, das im ersten Moment noch sehr vanillig ist, mit etwas Luft das Holz aber sehr schön einbindet. Schmelz und Saftigkeit stehen in einer guten Balance, die durch zart rauchige Töne und Aromen von Johannisbeere und Mirabelle aufrecht gehalten wird. Sehr überzeugend sind auch die edelsüßen Weine, bei denen Andreas Laible wieder einmal sein feines Gespür für Aroma-rebsorten unter Beweis stellt. Die Scheurebe Auslese ist wunderbar klar und tropisch, hat eine feine süße Frucht und eine gute straffe Säure. Sehr gut auch die Gewürztraminer Auslese, die durch ihre Klarheit besticht und kein bisschen der Bitternoten aufweist, die in Gewürztraminer häufig zu finden sind. Eine ebenfalls sehr gute duftige Clevner-Auslese setzt den Schlusspunkt unter eine überzeugende, klassische Kollektion.

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